Freiwillige weiten Horizonte

Bericht über die Informationsbörse von Freiwilligendienste des SFD Göppingen

(Walter Scheck)

Von einer Krankenstation in Tansania über die Arbeit an einer Holocaust-Gedenkstätte in Amsterdam bis zum Fahrdienst für behinderte Kinder in Göppingen – junge Freiwillige, die ein Soziales Jahr ableisten, weiten ihren Horizont und machen menschlich und fachlich wertvolle Erfahrungen. Bei der Informationsbörse des Sozialen Friedensdienstes Göppingen (SFD) über Freiwilligendienste berichteten sechs Freiwillige über ihre Einsätze bei unterschiedlichen Einrichtungen.

Magdalena hatte nach ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin über die  württembergische Diakonie einen Freiwilligendienst in Tansania vermittelt bekommen. Sie arbeitete in einem Krankenhaus, ging aber auch in die umliegenden Dörfer, um dort bei der Betreuung von Waisenkindern mitzuhelfen. Das Leben unter einfachsten Verhältnissen einerseits, die Schönheit der Landschaft und die überwältigende Gastfreundschaft der Menschen  andererseits  waren tiefe Eindrücke, die sie nachdenklich und glücklich machten.  Juliane, Tübinger Theologiestudentin im zweiten Semester,  war als Freiwillige der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste nach ihrem Abitur in Amsterdam an einer Gedenkstätte für die ermordeten Juden der Niederlande tätig. Sie war mit Museumsarbeiten beschäftigt, begleitete aber  auch Besuchergruppen und Schulklassen. Ihr Einsatz bestärkte sie in ihrer Überzeugung, dass die Erinnerung an die Nazi-Greuel dazu führt, jedes neue Aufkommen von Rassismus und Menschenverachtung entschlossen zu bekämpfen.   Amelie war von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste nach Belgien entsandt worden, um in einem Heim für vernachlässigte Kinder und Jugendliche als Wohngruppen-Betreuerin zu arbeiten. Sie erzählte von Glückserlebnissen und schwierigen Herausforderungen, würde den Dienst aber jederzeit wieder tun. Ihre Französisch -kenntnisse jedenfalls konnte sie sehr erweitern. Dies kommt ihr jetzt in ihrem Studium von Französisch und Soziologe zugute.  Die Entsendeorganisation für Martin, den gelernten Landmaschinenmechaniker, war das Evangelische Missionswerk in Solidarität (EMS). In der Johann-Ludwig-Schneller-Schule in Amman/Jordanien, einer christlichen Ausbildungsstätte mit Wohnheim für muslimische und christliche Jugendliche,  bildete er Mechaniker aus und war gleichzeitig pädagogischer Mitarbeiter im Wohnheim.  „Arabien ist mehr als Bomben und Krieg“ sagte er. Er schwärmte von arabischer Landschaft und Lebenskultur, machte aber  auch einige kritische Anmerkungen zu den dort anzutreffenden streng hierarchisch geordneten Gesellschaftsverhältnissen und dem rigiden  Erziehungsstil.   Von sozialen Friedensdiensten im Nahbereich berichteten Simon und David, die am Bundesfreiwilligendienst teilnehmen. Sie haben nach dem Abitur vor Kurzem beim DSFD Göppingen (=Diakonie Stetten Sozialer Friedensdienst Göppingen)  angefangen. Zu ihren Aufgaben gehören Fahrdienste für behinderte Kinder zu Kindergärten und Schulen ebenso wie Hilfen für alte Menschen im Alltag oder das Ausliefern des Essens auf Rädern. „Viele einsame alte Menschen freuen sich, wenn wir ihnen das Essen bringen. Nicht bloß wegen des Essens, sondern, weil sie dann ein bißchen  reden können und das Alleinsein unterbrochen ist“ erzählte Simon. Mit ihren Schützlingen, den Kindern, gehen sie auch mal zum Tanzen oder begleiten sie bei anderen Freizeitaktivitäten. Die Erfahrungen, die sie beim DSFD machen, seien für sie wichtig im Hinblick auf die Wahl ihres späteren Studienfachs und Berufswegs.

„Wenn man Euch zuhört, geht einem das Herz auf“  resümierte am Schluß des Abends der Versammlungsleiter „es macht Hoffnung, dass es junge Leute wie Euch gibt, die sich freiwillig für andere einsetzen und zu einer Kultur des Friedens und der  Mitmenschlichkeit  beitragen“. Die zahlreichen Besucher bestätigten das mit lebhaftem Beifall.                                                                                            

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